Resilio
[Gedeihen trotz widriger Umstände]
In einer szenischen Performance entwirft das Trio Bieber, Fuchs & Könighofer Töne, Texte und Bilder. Das musikalische Moment fungiert als innere Stimme. Ein literarischer Exkurs als Selbsterfahrung, ein Bildungsauftrag im Systemzerfall. Resilio. Ein surreales Bühnenstück auf Messers Schneide, das Raum für Interpretationen und gegensätzliche Deutungen zulässt. Jedes Wort ist verständlich, jedes Bild imaginierbar, der Sinn jedoch bleibt unerschlossen.
Zum Inhalt
Körper, Fleisch, ausbrechen, erschaffen, verzehren, erkunden. Kaljusts Welt – ein Konstrukt, erbaut aus Schmerz, Lügen und Träumen. Ein unerwünschtes Kind, Zeit seines Lebens verhöhnt, verarscht und betrogen. Aufgewachsen in einem maroden Elternhaus ohne Verlässlichkeit, Geborgenheit oder Liebe.
Das Stück „Resilio“ greift szenisch sieben Tage auf, in denen sich Kaljusts Wahn zu manifestieren beginnt. Seine Verzweiflung richtet sich gegen Mutter und Vater, gegen sich selbst und schließlich gegen die Welt. Seine Kraft schöpft Kaljust aus inneren Bildern, verschrobenen Ansichten und abstrusen Gewohnheiten. Diese Welt ist nicht schön.
Seiner Bestimmung entwachsen, flieht er in ein surreales Hirngespinst aus Einsprengseln schizophrener Episoden. Sein einziger Zufluchtsort bleibt er selbst. Die Realität wird zur Bedrohung, die Bedrohung zur Realität. Ein Mann ohne Bezugspunkte sitzt sein geduldetes Leben ab. Sieben Tage, siebzig Jahre?
Und kläglich grüßt das Murmeltier.
Das Ensemble
HC Fuchs ist ein radikaler Konstruktivist mit dem Gefühl fürs Absurde. Der Autor und Agitator schreibt seit mehr als 15 Jahren Kurzgeschichten und Lyrik mit oft bedenklichem Inhalt. Darsteller des Kaljust.
Herbert Könighofer, extrovertiertes Wurzelchakra mit Hang zur Extravaganza vermittelt mit seinen kraftvollen Improvisationen die Beschaffenheit von Kaljusts Gedankenwelt.
Norbert Bieber errichtet mit subversiver Elektronik eine Illusion der Lebensumstände Kaljusts
